Home > Netzwelt > Ford und Vodafone testen vernetzte Technologien

(Quelle: Schwoaze / Pixabay)

Wenn Einsatzfahrzeuge aufgehalten werden, führt dies zu Verzögerungen auf dem Weg zum Unfallort. Die Folgen können dramatisch sein. Experten gehen davon aus, dass die Überlebensrate von Verkehrsopfern sogar um bis zu 40 Prozent verbessert werden kann, wenn sie nur vier Minuten früher behandelt werden.

Gemeinsam mit Vodafone testet Ford nun eine vernetzte Fahrzeugtechnologie, die den Fahrer auf einen vorausliegenden Unfall aufmerksam machen soll. Darüber hinaus kann das System frühzeitig davor warnen, dass sich Einsatzfahrzeuge nähern - und die Nutzung der richtigen Straßenseite empfehlen, um eine Behinderung von Rettungsfahrzeugen zu vermeiden.

Das System soll die Bildung einer Rettungsgasse erleichtern, damit Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen und Polizeiautos schneller an ihr Ziel gelangen. Die Tests erfolgen im Rahmen von KoMoD (Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf), einem 15-Millionen-Euro-Projekt für die praktische Erprobung neuer Connected-Car-Technologien und des automatisierten Fahrens. Informationen erhalten Sie unter: https://www.komod-testfeld.org/

"Vernetztes und automatisiertes Fahren sind Schlüsseltechnologien der Zukunft. Ford entwickelt und testet seit langem Fahrzeug-zu-Verkehrsinfrastruktur- und Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation, die weltweit zu mehr Verkehrssicherheit und Effizienz beitragen kann. Gemeinsam mit Vodafone und in Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen werden wir auf dem Düsseldorfer Testgelände entscheidende Erkenntnisse gewinnen, um die Vernetzung von Fahrzeugen weiter voranzutreiben", sagte Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ford-Werke GmbH.

Bereits beim neuen Ford Focus kann die "eCall"-Funktionalität im Falle eines Unfalls automatisch Rettungsdienste anrufen. Auch Insassen können durch manuelles Betätigen einer SOS-Taste im Fahrzeug einen Unfall oder sonstige Notlagen melden. In Erwartung einer Zukunft, in der Fahrzeuge über Mobilfunknetze und eingebettete Modems miteinander kommunizieren, untersuchen Ford und Vodafone nun, wie "eCall Plus" auch andere Fahrer über einen Unfall in einer Entfernung von bis zu 500 Metern informieren kann. Einsatzfahrzeuge sollen zudem Warnung ausgeben. Über In-Car-Displays würden Autofahrern dann hilfreiche Empfehlungen für die rasche Bildung von Rettungsgassen angezeigt.

Auf zweispurigen Straßen erfolgt die Bildung einer Rettungsgasse zwischen den beiden Fahrspuren. Wenn es mehr als zwei Fahrspuren gibt, wird der Korridor zwischen der Fahrspur ganz links und der direkt rechts angrenzenden Fahrspur angelegt. Aber selbst in jenen Ländern, in denen dies bereits gesetzlich vorgeschrieben ist, halten sich viele Autofahrer immer noch nicht daran. In Deutschland ergab eine Umfrage, dass fast die Hälfte aller Autofahrer nicht weiß, wie eine Rettungsgasse gebildet wird.

Die neue Technologie ergänzt die Rettungsfahrzeug-Warnfunktion, die Ford ebenfalls im Rahmen von KoMoD testet. Dabei werden Signale aus dem Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeug oder Polizeiauto an Autofahrer in der nahen Umgebung gesendet, damit diese wissen, wie weit das Einsatzfahrzeug jeweils entfernt ist. Das kann vor allem in urbanen Gebieten nützlich sein, zum Beispiel an einer Kreuzung, an der es für Autofahrer manchmal schwierig sein kann, das Geräusch der Sirene korrekt zu verorten.

"Die digitale Revolution bringt neue Möglichkeiten hervor, die dazu beitragen können, Leben auf unseren Straßen zu retten", sagte Hannes Ametsreiter, CEO, Vodafone Germany. "Wenn Autos miteinander kommunizieren, erhalten Rettungsteams spürbare Zeitvorteile auf ihrem Weg zur Unfallstelle, denn in solchen Situationen zählt jede Sekunde."

Ford wird bei KoMoD auch weitere Technologien testen, die Potenzial für die Verwendung im Bereich vernetzter Fahrzeuge bieten. So nutzt etwa das "Traffic Light Assistance System" bestimmte Ampel-Informationen zur Verbesserung von Sicherheit und Verkehrsfluss. Und die Testversion eines Baustellen-Informationssystems warnt Fahrer vor temporären Geschwindigkeitsbegrenzungen, langsamen Baufahrzeugen oder Fahrbahn-Sperrungen.

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